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Planetenweg Menden - Der Jupiter

 

In Wirklichkeit hättet ihr jetzt auf eurer Reise von der Erde bis zum Planeten Jupiter 800 Millionen Kilometer zurückgelegt. Es würde 40 Minuten dauern, bis das Licht eurer Taschenlampe von hier auf der Erde ankommen würde.

Jupiter ist ein Riese. Eine riesige Kugel aus Gas. Eine Kugel ohne feste Oberfläche. Er ist der größte Planet unseres Sonnensystems. Seine Masse ist doppelt so groß wie die Masse aller anderen Planeten in unserem Sonnensystem zusammengenommen.

Am Abendhimmel erscheint uns Jupiter als zweithellster Planet nach der Venus.

Wäre er nur ein wenig größer gewesen, hätte er vor 4,6 Milliarden Jahren zu einer zweiten Sonne werden können. Die Erde wäre dann Bestandteil eines Doppelstern-Systems geworden. Das wäre sicher lustig, wenn zwei Sonnen – eine große und eine kleine - am Himmel stehen würden.  

Dieser riesige Planet dreht sich in 10 Stunden einmal um sich selbst. Keiner der anderen Planeten dreht sich so schnell. Durch die hohe Rotationsgeschwindigkeit entstehen Fliehkräfte, die zur Abflachung an den Polen führen. Da sich, wie bei allen Gasplaneten, die Gasmassen am Äquator etwas schneller drehen als in den Polregionen, kommt es zu Verwirbelungen der Gaswolken und starken Stürmen.

Raumsonden haben mächtige Wirbelstürme mit Windgeschwindigkeiten bis 600 km/h und mit Ausdehnungen von mehreren Erddurchmessern entdeckt. An seinen Polen werden riesige Methanwolken zum Leuchten angeregt. Man nennt diese Lichterscheinungen „Aurora“.

Für seine nahezu kreisförmige Umlaufbahn um die Sonne benötigt der Gasriese fast 12 Jahre.

Jupiter wird von einem Ringsystem aus kleinsten Staubteilchen und über 90 bisher bekannten Monden umgeben. Die vier größten Monde heißen: Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Der geniale Physiker Galileo Galilei hat die vier Monde im Januar 1610 durch ein selbst gebautes Fernrohr entdeckt. Jupiter besitzt darüber hinaus in der Nähe seines Äquators 5 Farbstreifen, die man mit einem guten Fernrohr beobachten kann.

Jupiter hat keine klar abgegrenzte Atmosphäre. Er besteht fast vollständig aus Gasen, die zum Kern hin in einen flüssigen Zustand übergehen. Im Kern herrscht ein Druck von 300 Millionen Erdatmosphären und die Temperaturen betragen 20.000 ° C.
 
Seine äußere Schicht besteht zu 90% aus Wasserstoff und zu 10% aus Helium. Er hat also eine ähnliche Zusammensetzung wie unsere Sonne. Aber er war nicht schwer genug, um eine Kernfusion in Gang zu setzen und zu „zünden“.

Auf der Oberfläche dieses Gasriesen könntet ihr euch nicht bewegen. Nicht nur, weil es dort keinen festen Boden unter den Füßen gibt, sondern weil die Anziehungskraft so stark ist, dass ihr auf dem Jupiter fast drei Mal so viel wiegen würdet, wie hier auf der Erde. Stellt euch vor, ihr müsstet herumlaufen und hättet eure Musiklehrerin mitsamt Keyboard auf dem Rücken!

Diese Anziehungskraft ist möglicherweise wichtig für uns, denn sie stabilisiert den Asteroidengürtel und verhindert damit, dass große Gesteinsbrocken auf die Erde donnern. Ihr seid gerade durch diesen Asteroidengürtel gelaufen. Zum Glück hat euch keiner der Steinbrocken getroffen!

Der Asteroidengürtel ist ein Ring zwischen Mars und Jupiter, in dem Millionen von Steinen von der Größe von Kieseln bis zu einem Durchmesser von 1000 km ihre Bahn ziehen. Es sind „Überbleibsel“ aus der Zeit der Entstehung unseres Sonnensystems, die wegen der Schwerkraft des Jupiter keinen eigenen Planeten bilden konnten.

Einige Wissenschaftler sagen, dass ohne Jupiter unsere Erde sehr viel häufiger von Asteroiden getroffen würde. Bei Einschlägen von sehr großen Asteroiden würde so viel Gas und Staub in unsere Atmosphäre geschleudert werden, dass die Sonnenstrahlen nicht mehr bis auf die Erde gelangen könnten. Die Folge wäre, dass die ganze Erde für viele Jahre einfrieren würde. Intelligentes Leben würde sich vermutlich  nicht weiter entwickeln können. Es gäbe dann niemanden, der - wie ihr - über das Weltall, die Sonne, die Planeten und das Leben nachdenken könnte. Wenn diese Forscher Recht haben sollten, ist es gut, dass es den Jupiter gibt!

Aber jetzt schnell weiter zum bekanntesten Planeten in unserem Sonnensystem. Weiter zum „Herrn der Ringe“.

Die Daten des Sonnensystems als PDF-Datei

Text: Werner Velte / Grafische Gestaltung: Robert R. Perdok, Bildnachweis: NASA / JPL-Caltech / ESA / Robert R. Perdok

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Mondphasen

Moon phase
Phase:
zunehmend

Ausleuchtung:
11%

Alter:
3 Tage

Distanz:
398,329 Km

Zeit:
11:15:47 CEST

Datum:
09-23-2017

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