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Planetenweg Menden - Der Neptun

 

Ihr seid am äußersten Ende unseres Sonnensystems angekommen! Neptun ist so weit von unserer Erde entfernt, dass sein Licht vier Stunden und dreißig Minuten braucht, um zu uns zu kommen. Wenn ihr also auf Neptun wieder einmal zu lange vor dem Fernseher gesessen hättet, würden es eure Eltern auf der Erde erst viereinhalb Stunden später merken.

Während Uranus durch Zufall mit einem Teleskop (Fernrohr) entdeckt wurde, hat man Neptun zunächst gar nicht sehen können. Niemand wusste, dass es ihn überhaupt gab! Erst im Jahr 1846 haben zwei Mathematiker - unabhängig voneinander – ausgerechnet, dass es da noch „etwas“ geben müsste, was die Bahn des Uranus beeinflusst. Dieses „Etwas“ war Neptun. Nachdem man seine Position genau ausgerechnet hatte, konnte man nun auch Fernrohre auf ihn richten und ihn endlich beobachten

Die Raumsonde Voyager 2, die 1986 auch schon an Uranus vorbeigeflogen ist, war drei Jahre lang unterwegs, bis sie auch Neptun besuchen konnte. Das Meiste, was wir über ihn wissen, wissen wir von dieser Raumsonde.

Auch Neptun ist ein Eisriese, in dessen Hülle unsere Erde 58 Mal hinein passen würde. Aber weil er so unvorstellbar weit von uns entfernt ist (4,5 Milliarden Kilometer), kann man ihn nicht mit bloßem Auge sehen, sondern nur mit einem Teleskop beobachten.

In 165 Erdenjahren umrundet Neptun ein Mal die Sonne. Dabei fliegt er mit einer Geschwindigkeit, mit der man an einem Vormittag drei Mal um die ganze Erde fliegen könnte. Es sind 20.000 km/h.

Neptun hat einen Umfang von 155.600 km. Für eine Umdrehung um die eigene Achse benötigt er 16 Stunden. Daraus kann man errechnen, dass er sich mit fast 10.000 km/h dreht. Das ist mehr als sechs Mal schneller als unsere Erde.

Wie sein Nachbarplanet Uranus besteht auch Neptun aus eisigen Wasserstoff-, Helium- und Methanwolken, die zum Kern hin flüssig werden, weil dort der Druck und die Temperatur ansteigen. Noch weiter innen vermutet man einen festen Kern aus Gestein und Gas, der so groß ist wie unsere Erde.

Aus den Daten, die die Raumsonde Voyager 2 auf die Erde gefunkt hat, kann man schließen, dass im Inneren von Neptun Temperaturen von 7.000°C und ein Druck von einigen Millionen bar herrschen müssen. Auf unserer Erde beträgt der Druck in Meereshöhe gerade mal 1 bar! Alles, aber auch wirklich Alles, würde dort oben unweigerlich zusammengequetscht.

Auf dem Neptun Drachen steigen zu lassen, wäre keine gute Idee. Orkane von 2.100 km/h sind dort an der Tagesordnung. Im Januar 2007 gab es hier bei uns im Sauerland einen Orkan. Er hatte eine Windgeschwindigkeit von 160 km/h. Er hat ganze Wälder vernichtet und Dächer abgedeckt. Sein Name war: „Kyrill“.

Obwohl Neptun 1,5 Milliarden Kilometer weiter von der Sonne entfernt ist als Uranus, ist er kaum kälter. Seine Temperatur an der Oberfläche beträgt -233°C. Wissenschaftler vermuten daher, dass im Inneren des Neptun eine bisher unbekannte Wärmequelle sein muss.

Ihr seid jetzt wirklich weit gelaufen. Es waren 3.270 Schritte oder 2,29 km. Im Maßstab des Weltalls wären das unglaubliche 4,58 Milliarden Kilometer.

Das sind fast 4,6 mal 1.000 mal 1.000 mal 1.000 Kilometer! Eigentlich kann man sich nicht vorstellen, dass die Anziehungskraft der Sonne bis hierhin, bis zum Neptun, reicht.

Es ist beinahe so, als würden die Planeten an unsichtbaren Schnüren oder Bändern gehalten, und so etwas gibt es tatsächlich. Man nennt diese Bänder Gravitonen. Sie sind unsichtbar, sie haben keine Masse, man spürt sie nicht auf der Haut und doch übertragen sie die Kraft, die notwendig ist, um all unsere Planeten auf ihren Bahnen um die Sonne kreisen zu lassen.

Unser riesiges Universum entstand also aus dem „Nichts“ und es wird zusammengehalten von etwas, das wir weder sehen noch spüren können. Erwachsene können das nicht so leicht verstehen. Kinder verstehen das sehr viel besser. Ihr könnt heute Abend einfach euren Raumanzug anziehen, losfliegen und in Gedanken Teil dieses großartigen und aufregenden Wunders werden.

Die Daten des Sonnensystems als PDF-Datei

Text: Werner Velte / Grafische Gestaltung: Robert R. Perdok, Bildnachweis: NASA / JPL-Caltech / ESA / Robert R. Perdok

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Datum:
07-22-2017

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