Koordinaten Sternwarte

51°25'40'' Nord / 7°44'51'' Ost

Aktuelle Seite: HomeNewsArchivNGC 246 im Sternbild Walfisch / Cetus

NGC 246

Sternbild: Cetus

RA: 00h 47.0min Dec : -11° 52’

Helligkeit: 10.9

Durchmesser: 258“ x 204“ 

Zeichnung von NGC 246. Autor: Michael Fritz

Der im Schwanz des Sternbildes Walfisch, 6° nördlich von Deneb Kaitos (? Ceti)  gelegene NGC 246 gehört zu den am besten untersuchten Planetarischen Nebeln.

Zuerst verrät sein scheinbarer Durchmesser von 4’, dass es sich um eines der nächsten Objekte dieser Klasse handeln muss. Das Spektrum des Nebels zeigt einen extrem hohen Anregungsgrad, da Linien von 5-fach ionisiertem Sauerstoff (OVI) präsent sind. Dies ist auf den sehr heißen Zentralstern (BD -12°134, 11.9 mag) zurückzuführen, dessen Oberflächentemperatur auf 120.000 – 200.000°K geschätzt wird.

Ferner ist der Zentralstern ein Binärsystem, dessen 14.3 mag schwacher Begleiter vom Spektraltyp G8-K0V sich in 3.8“ Abstand befindet. Da der Begleiter ein Hauptreihenstern ist, gestaltet sich eine Entfernungsbestimmung als wesentlich zuverlässiger als bei anderen Planetarischen Nebeln: NGC 246 steht in etwa 1.600ly Distanz. Daraus errechnet sich ein wahrer Durchmesser von 2.0ly; in Kombination mit einer mittleren Expansionsgeschwindigkeit von 40km/s ergibt sich das Alter zu 7.000 bis 10.000 Jahren. Damit zählt NGC 246 zu den eher älteren Vertretern seiner Art, was sich auch in der geringen Flächenhelligkeit (13.5/arcmin²) niederschlägt. Es wird angenommen dass der Vorgängerstern deutlich massereicher als unsere Sonne gewesen sein muss.

Visuell ist NGC 246 nur unter dunklem Himmel ein lohnendes Ziel. Ein paar Sterne 11. – 13. Größe sind auf den 4.3’ x 2.4’ in PW 120° messenden Nebel projiziert und erschweren etwas die Wahrnehmung von Strukturen. Das kombinierte Leuchten von NGC 246 (10.9 mag) und der Sterngruppe ist relativ einfach im 7x50 Fernglas zu sehen, aber um den Nebel von den Sternen zu trennen sind natürlich höhere Vergrößerungen erforderlich. In meinem 130mm Starfire-Refraktor bietet NGC 246, der gelegentlich als ‚Pac-Man Nebel’ (diesen Beinamen teilt er sich mit NGC 281 in Cassiopeia) oder auch ‚Totenkopfnebel’ bezeichnet wird, den besten Anblick bei 89x und UHC-Filter.

Zuerst fällt die Asymmetrie des Ringes auf: der westliche Rand ist viel heller und besser definiert, während im Osten keine Ringstruktur zu erkennen ist. Das Erscheinungsbild erklärt sich durch die Eigenbewegung von NGC 246 in westlicher Richtung: hier wird die von BD -12°134 abgestoßene Gashülle durch den Widerstand des interstellaren Mediums komprimiert. Auch ist bei genauem Hinsehen zu bemerken, dass der Zentralstern nicht im geometrischen Zentrum des Ringes, sondern etwas zum W-Rand hin verschoben steht! Bei visueller Beobachtung befinden sich außer BD -12°134 drei weitere Sterne innerhalb der sichtbaren Nebelhülle: ein mag 11.5 Stern 2.0’ NW des Zentralsterns, am äußersten Rande, ein mag 12.0 Stern 50“ SW und ein mag 14 Stern 1.4’ OSO.

Als William Herschel den Nebel am 27.11.1785 entdeckte (HV 25), beschrieb er „four or five pretty large stars forming a trapezium of about 5’ diameter. The enclosed space is filled up with faintly terminated milky nebulosity. The stars seem to have no connection with the nebulosity”. Die Beschreibung von seinem Sohn John ist kürzer, aber sehr treffend: „A small constellation in a very diffused nebula“.

Aufgrund der niedrigen Flächenhelligkeit ist, zumindest in kleinen Instrumenten, keine Farbe zu erkennen. Zuletzt sei noch auf die 0.5° NNO gelegene, ca. 75 Millionen ly entfernte Galaxie NGC 255 verwiesen. Die 11.9 mag helle Spirale wurde von Herschel in der selben Nacht entdeckt wie NGC 246. Die Galaxie ist im 5-Zöller problemlos zu sehen, aber nur etwa 1’ groß.

von Michael Fritz

Bemerkung zur Zeichnung: 130mm Starfire EDF f/6 Refraktor, V 20x bis 150x, UHC-Filter N oben, W rechts, Gesichtsfelddurchmesser 15’

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Datum:
05-25-2018

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